1923 - 1945

Mit der Ministerialverordnung vom 26.2.1923 wurde für den Ortskommandanten und dem Bezirkskommandanten ein Dienstabzeichen genehmigt. Dieses wurde bis 1970 in Ausübung des Dienstes getragen.
Im März 1926 konnte durch finanzieller Unterstützung von Bevölkerung, Gemeinde und Sparkasse eine moderne Benzin-Motorspritze (Firma Rosenbauer) um ÖS 9.200,- gekauft werden.

Auszug aus der Rede von Kommandant-Stv. Josef Gebetsberger anlässlich der Motorspritzweihe vom 4. Mai 1926: „Wenn man weiß welche Vorurteile es damals noch unter der Bevölkerung gegen die freiwillige Feuerwehr gab, so müssen wir heute noch den braven Männern danken, dass sie trotzdem und ohne Rücksicht auf die Spötter ihren geraden Weg gingen, um das zu schaffen, was dem Nächsten in der Not und Gefahr Hilfe bringt!“.
1927 konnte durch eine großzügige Spende der Sparkasse von ÖS 3.000,- die Renovierung und Instandhaltung von Gerätehaus, Geräten und Schläuchen durchgeführt werden.
Der Mitgliederstand im Jahre 1927 betrug 63 Mann.

Mannschaftsbild 1928:


Unter Hauptmann und Bürgermeister Rudolf Jedek begann auch für die FF Spitz das Zeitalter (1910 – 1935) der Motorisierung. Nach Ende des 1. Weltkrieges wurde eine fahrbare Motorspritze von der Fa. Rosenbauer angeschafft, sowie eine ausfahrbare Leiter mit 15 m Länge. Dank dieser für die damalige Zeit sehr modernen Ausrüstung wurde die FF Spitz bei allen größeren Bränden in der Umgebung eingesetzt.

Der Mitgliederstand im Jahre 1933 betrug 54 Mann. 3 Übungen wurden abgehalten sowie eine Feuerbeschau durchgeführt.
Für die Wasserversorgen und Ausrüstung stand folgendes zur Verfügung:
19 Hydranten, 1 Reservoir (Marktplatz), 1 Motorspritze mit Saugwerk und 2rädiges fest eingebautes Fahrgestell, 1 Handspritz mit Saugwerk, Hydrophor, 1 fahrbare Spritze ohne Saugwerk, 1 Handfeuerlöscher, 800m Druckschläuche (B + C) auf Schlauchhaspel, 1 Mannschaftswagen – bespannbar (Firma Landauer), 1 fahrbare Schiebeleiter ca. 12m, 10 Dachleitern (Firma Steck), 2 Atemschutzgeräte (Maske + Filter), 4 Mann im Rettungsdienst ausgebildet, eine Trage.

Am 13.5.1936 fand die erste Hörprobe des Sirenensignal zwischen 15 und 22 Uhr statt.

Kommandant Ferdinand Gebetsberger (der Älterer) war im November 1937 der erste Spitzer Feuerwehrmann der mit 35 Kameraden aus NÖ einen Lehrgang in der Feuerwehrlandesschule Wr. Neustadt besuchte.

Ab 15. Mai 1938 war Karl Bauer Wehrführer der FF Spitz, bis zu seinem Tode 1942.
18.07.1940 ernannte der Landrat von Krems Karl Bauer zum Obertruppführer (Wehrführer) und Rudolf Jedek zum Truppführer (Wehrführ-Stv.) sowie Josef Rameder zum Truppführer.

1943 bis 1945 war Franz Hirtzberger der Wehrführer der Spitzer Feuerwehr.
Mit Dienstbefehl wurden die Feuerwehrleute auf die Ideologien des NS-Regime eingewiesen.
Es gab ein Verbot für die Feuerwehrkameraden bei der Fronleichnamsprozession die Uniform zu tragen. Rangabzeichen waren abgeschafft und ein Austritt aus der Wehr war unmöglich.
Die Feuerwehr ist der Deutschen Polizei untergliedert. Das Bar-Vermögen der FF musste an die Gemeinde abgeliefert werden (RM 2.003 = € 8.000,-)
Der Bezirksfeuerwehrverband wurde aufgelöst.
1943 wurde unter Hauptwachtmeister Franz Hirtzberger (Wehrführer) die erste Löschgruppeneinteilung mit dazugehöriger Ausrüstung durchgeführt.
Im März 1943 vernichtete ein Großbrand einen Großteil der noch mit Schindeln gedeckten Häuser in der Hauptstraße und Mittergasse.
Während des 2. Weltkrieges kam es zu einem Stillstand des Feuerwehrwesens. Es bestand eine Frauengruppe. Alte Männer und Jugendliche wurden von Bürgermeister Helwig im Löschen von Phosphorbränden unterrichtet.